Das Dorf

Monsanto ist ein Dorf der Gemeinde Idanha­a­Nova und gehört zum Landkreis Castelo Branco – eine typische Region des Hinterlandes in der Mitte Portugals, auch „Beira Interior“ genannt. Das Dorf schmiegt sich an den Hang einer imposanten Erhebung, die hauptsächlich aus Granitfelsen besteht und bis zu einer Höhe von 758 Metern weithin sichtbar aus der Landschaft herausragt. Man nennt diese Erhöhungen auch Inselberge. Auf dem Berg angekommen genießt man einen spektakulären 360­Grad­Panoramablick auf die Umgebung bis weit nach Spanien hinüber.

Wer in den Gassen des Dorfes wandelt, kann den Geist der heidnischen Götter spüren, die hier tausende von Jahren verehrt wurden. Die Menschen fühlten sich oben auf dem Berg dem Himmel und den Göttern näher (daher auch der Name „Monsanto“ = Mons Sanctus = heiliger Berg).

Die schroffe Natur und das, was die Menschen daraus gemacht haben, gehen eine harmonische Verbindung ein. Die riesigen, oft bizarr runden, zu schweben scheinenden Granitfelsen und die Höhlen, die sie formen, verbinden die einzelnen Häuser miteinander und bilden für sie Boden, Wände und Dach. So ergibt sich eine verwunschene Szenerie aus schmalen Gassen, in denen von der Natur geschaffene Felsen von den bearbeiteten Steinen der Häuser kaum zu unterscheiden sind.

Das alles macht Monsanto zu einem der landschaftlich und architektonisch bemerkenswertesten Orte Portugals…

Geschichte

Monsanto hat eine sehr lange Geschichte: Schon seit dem Paleolithikum lassen sich Spuren menschlicher Besiedlung feststellen. Die Burg oben auf dem Gipfel des Berges war erst lusitanisch, wurde dann von den Römern in Besitz genommen und erlebte anschließend eine lange Geschichte von Kämpfen und Belagerungen.

Im Jahre 1165 – nach der Rückeroberung von den Arabern – vermachte der portugiesische König D. Afonso Henriques Monsanto dem Orden der Tempelritter. Die Burg geht in ihrem heutigen Zustand auf diesen Orden zurück. Die Burg der Tempelritter und die Ruinen des alten Dorfes in ihrem Inneren sind von Portugal zum nationalen Monument erklärt worden und stehen unter besonderem Schutz.

 

“Das portugiesischste Dorf Portugals”

Wegen seiner Sitten und Gebräuche, aber auch wegen seines Reichtums an historischem Erbe – kulturell und naturgeschichtlich – wurde Monsanto im Jahre 1938 der Titel „portugiesischstes Dorf Portugals“ verliehen. Als Geschenk wurde dem Dorf ein silberner Hahn überreicht, dessen Replik sich heute auf dem Torre de Lucano, oder auch Torre do Relógio (Uhrenturm) befindet.

 

Historische Dörfer

Heute gehört Monsanto zu den 12 wichtigsten historischen Dörfern Portugals (www.aldeiashistoricasdeportugal.com), die sich in einem Gebiet rund um die Serra da Estrela befinden – dem höchsten Gebirge Portugals. Monsanto eignet sich perfekt als Ausgangspunkt, um weitere Dörfer zu besuchen:

– Idanha-a-Velha – 10km
- Castelo Novo – 50km
- Belmonte – 60km
- Sortelha – 60km
- Castelo Mendo – 90km
- Almeida – 105km
- Castelo Rodrigo – 125km
- Linhares – 140km
- Trancoso – 140km
- Marialva – 160km
- Piódão – 170km

 

GEOPARK NATURTEJO

Der Geopark Naturtejo (www.naturtejo.com) ist der erste Geopark Portugals, bekannt durch die UNESCO und durch seine außergewöhnlichen historischen, kulturellen und naturgeschichtlichen Schätze. Monsanto gehört als Inselberg natürlich auch dazu. Der Geopark Naturtejo umfasst außerdem den Parque Natural do Tejo internacional (www.icn.pt), in dem man die für diese Region charakteristische und in Europa oft einzigartige Flora und Fauna bestaunen kann. Viele spannende Wanderwege sind ausgeschildert und werden teilweise auch bei geführten Wanderungen zugänglich gemacht. 

Weitere interessante Ziele

Auf den Spuren der Route der historischen Dörfer lassen sich rund um Monsanto weitere

kulturell, historisch und naturgeschichtlich attraktive Ziele entdecken:

– Penha Garcia (Burg, Naturschwimmbad, Fossilien) – 10 km
– Salvaterra do Extremo (Vogelbeobachtung) – 45 km
– Monfortinho (Thermen, Spa, Schwimmbäder) – 25 km
– Serra da Gardunha (unberührte Natur) – 50 km
– Serra da Estrela (Parque Natural da Serra da Estrela – www.icn.pt) ­ 65 km
– Serra da Malcata (Reserva Natural da Serra da Malcata, www.icn.pt – Heimat der Luchse)
-Sabugal (Burg und historisches Dorf) – 55 km
– Penamacor (Burg) – 25 km